Donnerstag, 2. Oktober 2008
Trauerfeier
rahling, 18:09h
Ich habe heute Morgen in aller Herrgottsfrühe gegen fünf Uhr den Gemeindebrief gelesen. War interessant.
Aber das ist nicht der Anlass meiner Mail. Ich beschäftige mich angesichts meines Alters und der näher kommenden Einschläge sowie meines ungesunden Lebenswandels mit permanentem Schlafentzug und ohne Rückzugsmöglichkeiten mit der Möglichkeit dem Sensenmann in die Quere zu kommen. Bis dahin ist einiges zu regeln. Neben den vielen unaufgearbeiteten Dingen aus meinem Elternhaus, die noch in Kartons auf das Tageslicht warten, habe ich vor allem auch die Zukunft meines behinderten Bruders und die unserer Kinder noch im Auge.
Keine Sorge, das ist nicht die versteckte Ankündigung eines Suizids. Denn dazu bin ich nach Ansicht einer sich in Fragen meiner Persönlichkeit und deren angebliche Defekten sehr kompetent wähnenden Dame einfach zu feige.
Aber der finale Schuss kann mich jederzeit treffen und deshalb denke ich manchmal daran, wie es denn dann wäre. Ich habe schon viele Trauerfeiern mit gemacht, sehr schöne, wie kürzlich in Westerstede, wo ich Deine Kollegin dafür noch gelobt habe, aber auch sehr triste, wo nur der Pastor singt und die Predigt recht öde ein paar Lebensdaten nennt (war bei den Katholiken).
Also frage ich mich, wer könnte das gut machen, damit die Kinder daran nicht eine so schreckliche Erinnerung haben und in der Trauerfeier auch etwas von mir vorkommt. Weder möchte ich als psychisch Kranker, der an seiner Lebensunfähigkeit zugrunde gegangen ist, beschrieben werden, noch als so ein „Heiliger“ dargestellt werden, dass jeder merkt, dass es gelogen ist. Deshalb möchte ich es schon etwas in die Hand nehmen, denn die Kinder sind noch viel zu jung, um so etwas gerecht zu regeln.
Deshalb frage ich Dich, ob Du Dir vorstellen könntest für mich die Trauerfeier zu machen. Fühle Dich bitte nicht bedrängt. Ich kann akzeptieren, wenn Du aufgrund unserer guten Bekanntschaft dieses nicht machen möchtest. Das ist Deine freie Entscheidung. Sei bitte versichert, dass - egal wie Du Dich entscheidest - dieses keinen Einfluss auf meine Beziehung zu Dir haben wird. Dem Nachtragen von Marginalien über Jahre wird zwar im Haus ausgiebig gefrönt, aber davon fühle ich mich vollkommen frei. Meine Seele wäre sonst total defekt, wenn ich nicht so schnell vergessen könnte.
Auch die Frage nach dem letzten Platz ist noch offen. Reicht es in der Familiengruft in Varel noch für ein Plätzchen, wenn man die Särge der Vorfahren zusammenrückt? Oder doch in die feuchte Erde in Ohmstede? Oder sonst wo??
Varel hätte den Vorteil, dass ich durch die räumliche Distanz quasi weg bin und dem Neubeginn der Familie mit einem dann guten Partner nicht im Wege stehe.
Ohmstede hätte den Vorteil, dass die Kinder mal die Möglichkeit hätten im fiktiven Zwiegespräch Trost zu finden. Aber vielleicht überschätze ich dies, weil das heutzutage uncool sein könnte. Oder aber meine Holde nutzt die Gelegenheit, um am Grab ihren Frust über Gott und die Welt loszulassen und mich für all das, was ich ihr angetan haben soll, zu beschimpfen, dann hätte E. es leichter. Aber das wäre auch schon wieder zuviel Aufwand. Ich habe die Sorge, dass er, weil Mann, dann an meine Stelle als Blitzableiter treten wird solange nicht ein neuer Partner da ist, der das mitmacht.
Du siehst, Fragen über Fragen, die alle mal beantwortet werden möchten.
Aber das ist nicht der Anlass meiner Mail. Ich beschäftige mich angesichts meines Alters und der näher kommenden Einschläge sowie meines ungesunden Lebenswandels mit permanentem Schlafentzug und ohne Rückzugsmöglichkeiten mit der Möglichkeit dem Sensenmann in die Quere zu kommen. Bis dahin ist einiges zu regeln. Neben den vielen unaufgearbeiteten Dingen aus meinem Elternhaus, die noch in Kartons auf das Tageslicht warten, habe ich vor allem auch die Zukunft meines behinderten Bruders und die unserer Kinder noch im Auge.
Keine Sorge, das ist nicht die versteckte Ankündigung eines Suizids. Denn dazu bin ich nach Ansicht einer sich in Fragen meiner Persönlichkeit und deren angebliche Defekten sehr kompetent wähnenden Dame einfach zu feige.
Aber der finale Schuss kann mich jederzeit treffen und deshalb denke ich manchmal daran, wie es denn dann wäre. Ich habe schon viele Trauerfeiern mit gemacht, sehr schöne, wie kürzlich in Westerstede, wo ich Deine Kollegin dafür noch gelobt habe, aber auch sehr triste, wo nur der Pastor singt und die Predigt recht öde ein paar Lebensdaten nennt (war bei den Katholiken).
Also frage ich mich, wer könnte das gut machen, damit die Kinder daran nicht eine so schreckliche Erinnerung haben und in der Trauerfeier auch etwas von mir vorkommt. Weder möchte ich als psychisch Kranker, der an seiner Lebensunfähigkeit zugrunde gegangen ist, beschrieben werden, noch als so ein „Heiliger“ dargestellt werden, dass jeder merkt, dass es gelogen ist. Deshalb möchte ich es schon etwas in die Hand nehmen, denn die Kinder sind noch viel zu jung, um so etwas gerecht zu regeln.
Deshalb frage ich Dich, ob Du Dir vorstellen könntest für mich die Trauerfeier zu machen. Fühle Dich bitte nicht bedrängt. Ich kann akzeptieren, wenn Du aufgrund unserer guten Bekanntschaft dieses nicht machen möchtest. Das ist Deine freie Entscheidung. Sei bitte versichert, dass - egal wie Du Dich entscheidest - dieses keinen Einfluss auf meine Beziehung zu Dir haben wird. Dem Nachtragen von Marginalien über Jahre wird zwar im Haus ausgiebig gefrönt, aber davon fühle ich mich vollkommen frei. Meine Seele wäre sonst total defekt, wenn ich nicht so schnell vergessen könnte.
Auch die Frage nach dem letzten Platz ist noch offen. Reicht es in der Familiengruft in Varel noch für ein Plätzchen, wenn man die Särge der Vorfahren zusammenrückt? Oder doch in die feuchte Erde in Ohmstede? Oder sonst wo??
Varel hätte den Vorteil, dass ich durch die räumliche Distanz quasi weg bin und dem Neubeginn der Familie mit einem dann guten Partner nicht im Wege stehe.
Ohmstede hätte den Vorteil, dass die Kinder mal die Möglichkeit hätten im fiktiven Zwiegespräch Trost zu finden. Aber vielleicht überschätze ich dies, weil das heutzutage uncool sein könnte. Oder aber meine Holde nutzt die Gelegenheit, um am Grab ihren Frust über Gott und die Welt loszulassen und mich für all das, was ich ihr angetan haben soll, zu beschimpfen, dann hätte E. es leichter. Aber das wäre auch schon wieder zuviel Aufwand. Ich habe die Sorge, dass er, weil Mann, dann an meine Stelle als Blitzableiter treten wird solange nicht ein neuer Partner da ist, der das mitmacht.
Du siehst, Fragen über Fragen, die alle mal beantwortet werden möchten.
... comment