Freitag, 29. August 2008
Zeromski-Syndrom (ZS)
rahling, 15:17h
Zeromski-Syndrom (ZS)
Seelische Störung, die weniger den Betroffenen selbst als vielmehr das familiäre und kollegiale Umfeld stark beeinträchtigt. Die Namensgebung erfolgte nicht nach dem polnischen Schriftsteller Stefan Zeromski, sondern nach einem Ort – der wiederum nach dem Schriftsteller benannt wurde –in Oberschlesien, wo dem Autor das Auftreten dieses Syndroms besondern massiv auffiel und von wo es sich durch Vererbung verbreitet.
Beschreibung:
Kleinste Anlässe führen bei dem Betroffenen zu heftigen emotionalen Reaktionen. Dinge, die sonst im täglichen Leben keine weitere Beachtung finden, führen bei den hier betroffenen Personen zu einer starken Verletzung, die dann zu heftigen verbalen Ausbrüchen gegenüber Beteiligten und Unbeteiligten führen und die den Familienmitgliedern und Außenstehenden häufig irrational erscheinen. Es folgt dann eine mitunter – vor allem bei mangelndem Schuldeingeständnis der Familienmitglieder – tagelange Phase des Schweigens und der Verweigerung einer aktiven und passiven Ansprache. Die Familienmitglieder werden von jeglichen Informationen ausgeschlossen. Diese Phase ist für die Familien sehr belastend. Die schlechte Laune und das das vom Patienten nach außen hin sehr ausgeprägt dargestellte Leiden unter dem Unverständnis seiner Umgebung – der Tonfall ist unabhängig vom Gesagten stets leidend - lastet schwer auf dieser Umgebung. Das vom Patienten empfundene Leiden überträgt sich auf die nähere Umgebung als Depressivum für Kreativität und Wohlbefinden.
Der ZS-Patient nimmt die eigene Aggressivität in seinen Worten und seiner Mimik gar nicht wahr, erfährt nur die Reaktion der Umwelt und ist verletzt durch ihm widerfahrenden Unverschämtheiten der Mitmenschen. Dies führt in den betroffenen Familien in Form einer Domestizierung dazu, dass hier – vornehmlich von dem Ehepartner zum Schutze der Kinder – alles unternommen wird, um solche Reizungen des Patienten auszuschließen. Auf dem Ehepartner lastet hier eine so ungeheuere Verantwortung für das Wohl der Familie, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen zu beobachten sind. Somit schafft das ZS weitere Patienten, die ursprünglich kein Problem hatten.
Der ZS-Patient sieht in sich das Maß der Dinge. Sein Tagesablauf ist für Dritte in seiner Struktur nicht klar erkennbar und planbar. In dem Moment, wo er anwesend ist oder sich zu etwas entschlossen hat, geht er davon aus, dass die Familie ebenfalls – ungeachtet eigener Interessen – sofort ihm vollumfänglich zur Verfügung steht und keine anderen Interessen hat. Wird dieser Anspruch nicht erfüllt, so hat dies umgehend eine Verletzungsempfindung des ZS-Patienten und häufig die oben beschriebenen Reaktionen zur Folge. Das bedeutet, er versucht – vielleicht unbewusst – das Leben der Familienmitglieder maßgeblich zu bestimmen. Darunter leidet die Effektivität der übrigen Familienmitglieder beachtlich, da sie sich in dieses System eingefunden haben und nun ihre Aktivitäten reduzieren und zur Vermeidung von Eskalationen auf die unvorhersehbaren Leistungsabforderungen durch den ZS-Patienten warten.
Versuch einer Erklärung:
Wissenschaftliche Untersuchungen zum ZS sind dem Autor nicht bekannt. Auffällig ist bei den betroffenen Personen eine Kombination aus Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation, einem hohen Potenzial von nicht aufgearbeiteten Verletzungen in der Vergangenheit, einem beeindruckenden Gedächtnis sowie einer ungewöhnlich niedrigen Verletzbarkeitsschwelle.
Situationen oder Worte, die im täglichen Leben bei der überwiegenden Mehrheit unserer Bevölkerung ohne weitere Bedeutung sind, bekommen bei ZS-Patienten eine ganz andere Bedeutung und damit dann das oben beschriebene gefährliche Potenzial. Der ZS-Patient verbindet anscheinend die momentane Situation mit einer anderen, teilweise weit zurückliegenden Situation, die wiederum aus dem damaligen kausalen Zusammenhang gelöst wird, empfindet die damals empfundene Verletzung erneut und jetzt verstärkt, schließlich ist es jetzt schon das zweite oder mehrfache Mal, dass ihm dieses widerfahren ist. Er ist nicht in der Lage, die damalige Situation und die jetzige Situation in ihren jeweiligen kausalen Zusammenhängen zu betrachten und zu bewerten. Die Verletzung und die damit verbundene emotionale Beanspruchung schaltet eine unvoreingenommene bzw. distanzierte Betrachtung vollkommen aus. Die Verletzung führt zu unmittelbaren Reaktionen, deren Folgen in dem momentanen emotionalen Chaos nicht bedacht werden können und im Nachhinein steht für einen Unbeteiligten die Schadenshöhe, sowohl emotional als auch materiell, in keiner akzeptablen Relation zu der vorausgegangen ursächlichen Handlung des Umfeldes. Der ZS-Patient entwickelt abseits der Normen seines sozialen Umfeldes ein eigenes Wertesystem, das von seiner Umgebung zur Vermeidung oben beschriebener Strafaktionen zu respektieren ist.
Der ZS-Patient selbst leidet unter dem ZS nicht, da er dies nicht wahrnimmt und auch die Existenz nicht akzeptiert. Er leidet mehr unter der Unfähigkeit der Mitmenschen, der sozialen Kälte, des ständig von ihm vermuteten Ausnutzens seiner Person und der Unwilligkeit – vor allem der Familie – das Verhalten ihm gegenüber zu ändern. Der ZS-Patient ist derart überzeugend in seinem von ihm empfundenen – und auch selbst geschaffenen – Leiden, dass Außenstehende häufig dem ZS-Patienten zunächst Glauben schenken und damit die Familie zusätzlich bestrafen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass ein Therapeut für ZS-Patienten einer hohen klinischen Erfahrung bedarf, um Zugang zum Patienten zu finden und das dort manifestierte Wertebild zu erschüttern, damit eine Veränderung denkbar wird.
Offen ist auch die Frage, wo das ZS seine Ursache hat. Durch die Wissenschaft sind die niedrige Verletzungsschwelle und die der empfundenen Verletzung folgenden Ausbrüche noch zu erklären. Bei letzterem ist eine Störung des serotonergen Systems denkbar. Die niedrige Verletzungsschwelle scheint durch Herkunft aus langjährig unterdrückten Völkern oder aus unteren sozialen Schichten begünstigt zu werden.
Seelische Störung, die weniger den Betroffenen selbst als vielmehr das familiäre und kollegiale Umfeld stark beeinträchtigt. Die Namensgebung erfolgte nicht nach dem polnischen Schriftsteller Stefan Zeromski, sondern nach einem Ort – der wiederum nach dem Schriftsteller benannt wurde –in Oberschlesien, wo dem Autor das Auftreten dieses Syndroms besondern massiv auffiel und von wo es sich durch Vererbung verbreitet.
Beschreibung:
Kleinste Anlässe führen bei dem Betroffenen zu heftigen emotionalen Reaktionen. Dinge, die sonst im täglichen Leben keine weitere Beachtung finden, führen bei den hier betroffenen Personen zu einer starken Verletzung, die dann zu heftigen verbalen Ausbrüchen gegenüber Beteiligten und Unbeteiligten führen und die den Familienmitgliedern und Außenstehenden häufig irrational erscheinen. Es folgt dann eine mitunter – vor allem bei mangelndem Schuldeingeständnis der Familienmitglieder – tagelange Phase des Schweigens und der Verweigerung einer aktiven und passiven Ansprache. Die Familienmitglieder werden von jeglichen Informationen ausgeschlossen. Diese Phase ist für die Familien sehr belastend. Die schlechte Laune und das das vom Patienten nach außen hin sehr ausgeprägt dargestellte Leiden unter dem Unverständnis seiner Umgebung – der Tonfall ist unabhängig vom Gesagten stets leidend - lastet schwer auf dieser Umgebung. Das vom Patienten empfundene Leiden überträgt sich auf die nähere Umgebung als Depressivum für Kreativität und Wohlbefinden.
Der ZS-Patient nimmt die eigene Aggressivität in seinen Worten und seiner Mimik gar nicht wahr, erfährt nur die Reaktion der Umwelt und ist verletzt durch ihm widerfahrenden Unverschämtheiten der Mitmenschen. Dies führt in den betroffenen Familien in Form einer Domestizierung dazu, dass hier – vornehmlich von dem Ehepartner zum Schutze der Kinder – alles unternommen wird, um solche Reizungen des Patienten auszuschließen. Auf dem Ehepartner lastet hier eine so ungeheuere Verantwortung für das Wohl der Familie, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen zu beobachten sind. Somit schafft das ZS weitere Patienten, die ursprünglich kein Problem hatten.
Der ZS-Patient sieht in sich das Maß der Dinge. Sein Tagesablauf ist für Dritte in seiner Struktur nicht klar erkennbar und planbar. In dem Moment, wo er anwesend ist oder sich zu etwas entschlossen hat, geht er davon aus, dass die Familie ebenfalls – ungeachtet eigener Interessen – sofort ihm vollumfänglich zur Verfügung steht und keine anderen Interessen hat. Wird dieser Anspruch nicht erfüllt, so hat dies umgehend eine Verletzungsempfindung des ZS-Patienten und häufig die oben beschriebenen Reaktionen zur Folge. Das bedeutet, er versucht – vielleicht unbewusst – das Leben der Familienmitglieder maßgeblich zu bestimmen. Darunter leidet die Effektivität der übrigen Familienmitglieder beachtlich, da sie sich in dieses System eingefunden haben und nun ihre Aktivitäten reduzieren und zur Vermeidung von Eskalationen auf die unvorhersehbaren Leistungsabforderungen durch den ZS-Patienten warten.
Versuch einer Erklärung:
Wissenschaftliche Untersuchungen zum ZS sind dem Autor nicht bekannt. Auffällig ist bei den betroffenen Personen eine Kombination aus Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation, einem hohen Potenzial von nicht aufgearbeiteten Verletzungen in der Vergangenheit, einem beeindruckenden Gedächtnis sowie einer ungewöhnlich niedrigen Verletzbarkeitsschwelle.
Situationen oder Worte, die im täglichen Leben bei der überwiegenden Mehrheit unserer Bevölkerung ohne weitere Bedeutung sind, bekommen bei ZS-Patienten eine ganz andere Bedeutung und damit dann das oben beschriebene gefährliche Potenzial. Der ZS-Patient verbindet anscheinend die momentane Situation mit einer anderen, teilweise weit zurückliegenden Situation, die wiederum aus dem damaligen kausalen Zusammenhang gelöst wird, empfindet die damals empfundene Verletzung erneut und jetzt verstärkt, schließlich ist es jetzt schon das zweite oder mehrfache Mal, dass ihm dieses widerfahren ist. Er ist nicht in der Lage, die damalige Situation und die jetzige Situation in ihren jeweiligen kausalen Zusammenhängen zu betrachten und zu bewerten. Die Verletzung und die damit verbundene emotionale Beanspruchung schaltet eine unvoreingenommene bzw. distanzierte Betrachtung vollkommen aus. Die Verletzung führt zu unmittelbaren Reaktionen, deren Folgen in dem momentanen emotionalen Chaos nicht bedacht werden können und im Nachhinein steht für einen Unbeteiligten die Schadenshöhe, sowohl emotional als auch materiell, in keiner akzeptablen Relation zu der vorausgegangen ursächlichen Handlung des Umfeldes. Der ZS-Patient entwickelt abseits der Normen seines sozialen Umfeldes ein eigenes Wertesystem, das von seiner Umgebung zur Vermeidung oben beschriebener Strafaktionen zu respektieren ist.
Der ZS-Patient selbst leidet unter dem ZS nicht, da er dies nicht wahrnimmt und auch die Existenz nicht akzeptiert. Er leidet mehr unter der Unfähigkeit der Mitmenschen, der sozialen Kälte, des ständig von ihm vermuteten Ausnutzens seiner Person und der Unwilligkeit – vor allem der Familie – das Verhalten ihm gegenüber zu ändern. Der ZS-Patient ist derart überzeugend in seinem von ihm empfundenen – und auch selbst geschaffenen – Leiden, dass Außenstehende häufig dem ZS-Patienten zunächst Glauben schenken und damit die Familie zusätzlich bestrafen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass ein Therapeut für ZS-Patienten einer hohen klinischen Erfahrung bedarf, um Zugang zum Patienten zu finden und das dort manifestierte Wertebild zu erschüttern, damit eine Veränderung denkbar wird.
Offen ist auch die Frage, wo das ZS seine Ursache hat. Durch die Wissenschaft sind die niedrige Verletzungsschwelle und die der empfundenen Verletzung folgenden Ausbrüche noch zu erklären. Bei letzterem ist eine Störung des serotonergen Systems denkbar. Die niedrige Verletzungsschwelle scheint durch Herkunft aus langjährig unterdrückten Völkern oder aus unteren sozialen Schichten begünstigt zu werden.
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