Freitag, 14. November 2008
Singen verboten
Es ist schon eine Belastung, diese permanente Kontrolle der eigenen Person. Wie kommt es dazu? Durch das Verbot von Singen, Summen oder Pfeifen im Hause, solange meine liebe Frau anwesend ist. Jedes derartige Tun meinerseits führt sofort zu einer tiefempfunden Verletzung bei ihr und der weitere Tag ist für die Familie gelaufen. Eine tiefe Verletzung, weil ich ihren Wunsch dieses zu unterlassen nicht beachtet habe. Und dies ist sehr schwer auszuhalten. Beim Kochen oder morgens im Bad summe oder pfeife ich gern mal. Wenn mir solches „herausgerutscht“ ist, dann kommt sofort die Sorge, dass sie es nicht gehört haben möge, sonst ist alles Bemühen um gute Stimmung wieder im Eimer. Das führt natürlich zu einer ständig angespannten Lebenslage. Wie kann man sich immer so unter Kontrolle halten, dass natürliche Reaktion des Frohsinns unterdrückt werden müssen??

Warum ist dieses absonderliche Ansinnen so wichtig? Dafür gibt es eine „offizielle“ Erklärung, dass mein Pfeifen sie an betrunkene Männer in ihrer Kindheit in Polen erinnert, die nur im Suff gesungen und gepfiffen haben. Aber das kann nicht alles sein, dieses Trauma hätte im Laufe der Jahre hier in Deutschland verblassen oder bearbeitet werden können. Es gibt für mich noch eine andere Erklärungsmöglichkeit. Seit Jahren wird versucht die häuslichen Probleme mit meiner „psychischen Krankheit“ und meiner „Beziehungs- und Bindungsunfähigkeit“ zu erklären. Bloß haben Psychologen und Eheberater diese These nicht bestätigt. Aber wenn ich meinen Mann als krank präsentieren möchte, dann muss mit aller Macht versucht werden, ihn zu einem depressiv scheinenden Verhalten zu bringen. Und dann bestätigt sich die absurde Behauptung wie von selbst und die Bekannten sehen das, was sie doch schon seit Jahren wusste und was – wie immer – ihr keiner glauben wollte: Der Mann hat einen seelischen Schaden!!

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